Am 20. Januar 2027 wird die neue EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 verbindlich. Während sich viele Unternehmen auf CE-Kennzeichnung und neue Sicherheitsanforderungen konzentrieren, bleibt eine entscheidende Frage oft unbeantwortet: Wie gut kennen Sie das Verhalten Ihrer Bestandsmaschinen?
Viele Produktionsanlagen laufen seit Jahren zuverlässig – häufig mit älteren Steuerungen wie TwinCAT 2, Siemens S5 oder S7. Doch über die Jahre wurden Funktionen erweitert, Sonderlösungen ergänzt und Dokumentationen nur teilweise aktualisiert. Das Ergebnis: Die Maschine funktioniert, aber das Wissen über ihre tatsächliche Prozesslogik geht verloren.
Genau hier können Risiken für Sicherheit und Dokumentation entstehen. Die neue Maschinenverordnung erhöht insbesondere bei Software, digitaler Dokumentation und der Bewertung wesentlicher Änderungen die Anforderungen. Moderne Hardware allein genügt dafür aus unserer Sicht nicht – wichtig ist zusätzlich das Verständnis des Maschinenverhaltens.
Bei Retrofit-Projekten steht deshalb nicht mehr nur der SPS-Code im Fokus. Viel wichtiger ist die technische Realität der Maschine: Welche Zustände existieren? Welche Sicherheitsfunktionen greifen? Welche Wechselwirkungen bestimmen den Prozess?
Mit der PTF-Analyse (Process, Technology & Function) verfolgt Selmo einen anderen Ansatz. Statt bestehenden Code zu migrieren, wird das reale Maschinenverhalten analysiert und als formales Prozessmodell dokumentiert. Dadurch entstehen Transparenz, eine belastbare Grundlage für Modernisierung sowie eine deutlich bessere Dokumentation über den gesamten Lebenszyklus.
Die Maschinenverordnung ist deshalb weit mehr als eine gesetzliche Vorgabe. Sie zeigt: Wer seine Maschinen langfristig sicher betreiben will, sollte ihr tatsächliches Verhalten kennen. Wer heute die technische Realität seiner Anlagen dokumentiert, schafft die Grundlage für sichere Retrofit-Projekte, bessere Digitalisierung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.